Sie haben eine PV-Anlage ohne Speicher? So finden Sie heraus, ob sich eine Nachrüstung für Sie lohnt, welche Technik infrage kommt und wie der Ablauf mit Vissoltec aussieht.
Viele Photovoltaikanlagen im Hunsrück wurden ohne Speicher gebaut, oft weil Speicher vor einigen Jahren noch deutlich teurer waren oder schlicht nicht zum damaligen Budget gehörten. Inzwischen hat sich einiges geändert: Die Preise für Speichertechnik sind gesunken, viele Haushalte verbrauchen durch Wärmepumpe oder Elektroauto heute deutlich mehr Strom als früher, und die Einspeisevergütung für ältere Anlagen läuft nach und nach aus. Kein Wunder, dass uns die Frage „Kann ich meinen Speicher nachrüsten?” immer häufiger erreicht.
Die kurze Antwort: In den meisten Fällen ja. Die ehrliche Antwort ist etwas differenzierter, denn ob sich eine Nachrüstung für Sie lohnt, hängt von Ihrer Anlage, Ihrem Verbrauch und Ihren Zielen ab. In diesem Ratgeber erklären wir, für wen eine Nachrüstung besonders interessant ist, welche Technik dahintersteckt und wie der Ablauf mit Vissoltec aussieht.
Für wen lohnt sich eine Nachrüstung besonders?
Nicht jede Anlage ohne Speicher braucht zwangsläufig einen. Es gibt aber typische Situationen, in denen sich eine Nachrüstung besonders schnell rechnet.
Ihre Einspeisevergütung läuft aus oder sinkt spürbar
Ältere Anlagen, vor allem solche aus den ersten Jahren der EEG-Förderung, nähern sich dem Ende ihrer 20-jährigen Vergütungsdauer oder haben bereits eine deutlich niedrigere Vergütung als heutige Anlagen. Ohne hohe Einspeisevergütung lohnt es sich finanziell kaum noch, überschüssigen Strom einfach ins Netz zu geben. Ein Speicher verschiebt den Fokus dann konsequent auf Eigenverbrauch statt Einspeisung, und genau das ist in dieser Situation der wirtschaftlich sinnvollere Weg.
Ihr Stromverbrauch ist gestiegen
Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto verändert den Stromverbrauch eines Haushalts grundlegend. Beide Verbraucher laufen häufig genau dann, wenn die Sonne nicht scheint, morgens beim Laden, abends beim Heizen. Ein Speicher fängt genau diese Lücke ab: Der tagsüber produzierte Solarstrom steht dann auch am Abend und in den frühen Morgenstunden zur Verfügung, statt ungenutzt ins Netz zu fließen.
Sie wollen unabhängiger von steigenden Strompreisen werden
Manche Kunden entscheiden sich für eine Nachrüstung schlicht aus dem Wunsch nach mehr Unabhängigkeit. Ein höherer Eigenverbrauchsanteil bedeutet weniger Abhängigkeit vom Netzstrompreis, unabhängig davon, wie sich dieser in den kommenden Jahren entwickelt.
Sie haben bewusst mit einer reinen Modulanlage gestartet
Nicht wenige Anlagenbesitzer haben sich beim Bau ihrer Anlage bewusst zunächst gegen einen Speicher entschieden, etwa um die Investition zu staffeln oder um erst das eigene Verbrauchsverhalten zu beobachten. Das ist eine vollkommen sinnvolle Strategie, und die Nachrüstung ist genau der zweite Schritt, der dann folgt.
AC- oder DC-Kopplung: Die beiden Wege der Nachrüstung
Bei der Nachrüstung eines Speichers gibt es technisch zwei grundsätzliche Ansätze. Beide haben ihre Berechtigung, welcher für Sie passt, hängt vor allem von Ihrem bestehenden Wechselrichter ab.
| Merkmal | AC-Kopplung | DC-Kopplung |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Speicher hat eigenen Batteriewechselrichter, unabhängig von der bestehenden Anlage | Speicher wird vor dem vorhandenen Wechselrichter in den Gleichstromkreis eingebunden |
| Voraussetzung | Funktioniert mit nahezu jedem bestehenden PV-Wechselrichter | Setzt meist einen kompatiblen Hybrid-Wechselrichter voraus, oft Wechselrichtertausch nötig |
| Aufwand bei Nachrüstung | Gering bis moderat, meist ohne Eingriff in die bestehende Anlage | Höher, da häufig zusätzliche Komponenten oder ein neuer Wechselrichter nötig sind |
| Wirkungsgrad | Minimal geringer durch doppelte Umwandlung (Gleichstrom zu Wechselstrom zu Gleichstrom zu Wechselstrom) | Etwas effizienter, da eine Umwandlungsstufe entfällt |
| Typischer Einsatzfall bei Nachrüstung | Standardlösung für die meisten Nachrüstungen | Sinnvoll, wenn ohnehin ein Wechselrichtertausch ansteht oder geplant ist |
Für die reine Nachrüstung einer bestehenden Anlage ist die AC-Kopplung in der Praxis meist die pragmatischere und günstigere Lösung, weil sie unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter funktioniert und ohne größeren Eingriff in die bestehende Technik auskommt. Die DC-Kopplung lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr aktueller Wechselrichter ohnehin das Ende seiner Lebensdauer erreicht oder bereits ein hybridfähiges Modell verbaut ist.
Technische Voraussetzungen: Was vorher geklärt werden muss
Bevor wir Ihnen eine konkrete Empfehlung geben, prüfen wir bei der Vor-Ort-Begehung mehrere Punkte:
Kompatibilität des Wechselrichters
Der wichtigste Faktor. Manche Wechselrichter sind bereits hybridfähig oder lassen sich per Software-Update erweitern, andere benötigen zwingend eine AC-Lösung mit eigenem Batteriewechselrichter. Wir prüfen anhand von Marke und Modell, welche Lösung bei Ihnen technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten ist.
Platz und Zustand des Zählerschranks
Ein nachgerüsteter Speicher benötigt in der Regel einen zusätzlichen Zähler oder zumindest Anpassungen im Zählerschrank. Bei älteren Zählerschränken kann es sein, dass dieser ohnehin modernisiert werden muss, unabhängig vom Speicher. Das klären wir vorab, damit es später keine Überraschungen gibt.
Aufstellort für den Speicher
Der Speicher braucht einen geeigneten Platz, meist im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Technikraum. Wichtig sind ausreichend Platz, eine stabile Wand oder ein tragfähiger Untergrund sowie ein Temperaturbereich, in dem der Speicher zuverlässig arbeitet. Garagen ohne Dämmung sind bei starken Temperaturschwankungen nicht immer ideal.
Vorhandene Verkabelung und Absicherung
Je nach Anlagenalter kann es sein, dass zusätzliche Leitungen verlegt oder die Absicherung angepasst werden muss. Auch das prüfen wir im Rahmen der technischen Bestandsaufnahme.
So läuft die Nachrüstung mit Vissoltec ab
Wir haben den Prozess bewusst so aufgebaut, dass Sie sich um möglichst wenig kümmern müssen:
- Kostenlose Vor-Ort-Prüfung. Wir schauen uns Ihre bestehende Anlage, den Wechselrichter, den Zählerschrank und den möglichen Aufstellort für den Speicher an.
- Verbrauchsanalyse. Anhand Ihrer letzten Stromabrechnung und Ihres Verbrauchsverhaltens ermitteln wir, welche Speichergröße für Sie sinnvoll ist, statt Ihnen unnötig viel Kapazität zu verkaufen.
- Individuelles Angebot. Sie erhalten ein transparentes Angebot mit klarer Aufschlüsselung, welche Kopplungsart, welcher Hersteller und welche Speichergröße empfohlen wird und warum.
- Installation. Unser eigenes Team übernimmt Montage, elektrischen Anschluss und Inbetriebnahme des Speichers.
- Anmeldung. Wir kümmern uns um die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Aktualisierung im Marktstammdatenregister.
- Einweisung. Sie erhalten eine Einweisung in die Bedienung und das Monitoring Ihrer Anlage, damit Sie Erträge und Speicherstand jederzeit im Blick haben.
Welche Hersteller kommen bei einer Nachrüstung infrage?
Bei der Herstellerwahl für eine Nachrüstung zählt vor allem die Kompatibilität mit Ihrer bestehenden Anlage. Wir arbeiten unter anderem mit etablierten Marken wie SMA, Huawei, Sungrow und BYD, die sich in der Praxis bei Nachrüstungen bewährt haben und ein breites Spektrum an AC- und DC-fähigen Lösungen abdecken. Welcher Hersteller für Ihre konkrete Situation am besten passt, hängt von Ihrem vorhandenen Wechselrichter, der gewünschten Speichergröße und Ihrem Budget ab. Wir empfehlen keine Marke pauschal, sondern das, was zu Ihrer Anlage tatsächlich passt. Mehr zu unserem Angebot rund um Batteriespeicher finden Sie auf unserer Leistungsseite Batteriespeicher.
Ehrliche Einschätzung statt Verkaufsdruck
Wir empfehlen Ihnen keinen Speicher, nur weil er zum Umsatz beiträgt. Bei der Vor-Ort-Prüfung sagen wir Ihnen genauso deutlich, wenn sich eine Nachrüstung in Ihrem Fall aktuell nicht lohnt. Diese Ehrlichkeit ist uns wichtiger als ein zusätzlicher Auftrag.
Wann sich eine Nachrüstung eher nicht lohnt
So sinnvoll eine Nachrüstung in vielen Fällen ist, es gibt auch Situationen, in denen wir ehrlicherweise davon abraten oder zumindest zu einer genauen Prüfung raten:
- Sehr geringer Eigenverbrauch tagsüber und abends. Wenn Sie ohnehin kaum Strom verbrauchen, weil das Haus zeitweise leer steht oder der Verbrauch insgesamt niedrig ist, amortisiert sich ein Speicher deutlich langsamer.
- Ihre bestehende Anlage ist bereits sehr alt und steht ohnehin vor größeren Investitionen. Wenn absehbar ist, dass Module oder Wechselrichter in wenigen Jahren ersetzt werden müssen, kann es sinnvoller sein, die Nachrüstung mit dieser Erneuerung zu kombinieren, statt jetzt separat zu investieren.
- Ihre Einspeisevergütung ist noch für viele Jahre auf einem vergleichsweise guten Niveau garantiert und Ihr Verbrauch ist niedrig. In diesem Fall kann die Einspeisung wirtschaftlich weiterhin attraktiver sein als der Umstieg auf hohen Eigenverbrauch.
- Der bauliche Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. In seltenen Fällen, etwa bei sehr beengten Platzverhältnissen oder einem stark sanierungsbedürftigen Zählerschrank, kann der zusätzliche Aufwand die Wirtschaftlichkeit spürbar schmälern.
Wir sagen Ihnen das offen, denn eine Nachrüstung soll sich für Sie rechnen, nicht nur für uns.
Checkliste: Ist eine Nachrüstung für Sie interessant?
| Frage | Spricht für eine Nachrüstung |
|---|---|
| Läuft Ihre Einspeisevergütung in absehbarer Zeit aus oder ist sie bereits niedrig? | Ja |
| Ist Ihr Stromverbrauch durch Wärmepumpe, Elektroauto oder andere Verbraucher gestiegen? | Ja |
| Verbrauchen Sie regelmäßig Strom in den Abend- und Nachtstunden? | Ja |
| Ist Ihr Wechselrichter grundsätzlich austausch- oder erweiterungsfähig? | Ja |
| Ist im Keller oder Technikraum ausreichend Platz für den Speicher vorhanden? | Ja |
| Möchten Sie unabhängiger von steigenden Strompreisen werden? | Ja |
| Ist Ihr Eigenverbrauch aktuell sehr niedrig und wird es absehbar bleiben? | Eher nein |
Je mehr Punkte auf Sie zutreffen, desto eher lohnt sich eine genauere Prüfung. Auch wenn Sie unsicher sind, geben wir Ihnen bei der Vor-Ort-Prüfung eine klare Einschätzung, ganz ohne Verkaufsdruck.
Was kostet eine Nachrüstung ungefähr?
Die Kosten einer Nachrüstung hängen stark von der gewählten Speichergröße, der Kopplungsart und dem Zustand Ihres Zählerschranks ab. Pauschale Preise helfen hier wenig, denn eine AC-Lösung mit vorhandenem, kompatiblem Wechselrichter ist deutlich günstiger als eine Nachrüstung mit notwendigem Wechselrichtertausch. Eine grobe Einordnung der aktuellen Preisspannen für Photovoltaik und Speicher finden Sie in unserem Ratgeber zu Photovoltaik-Kosten und Förderung. Wenn Sie sich noch ganz am Anfang befinden und eine PV-Anlage direkt mit Speicher planen, lohnt sich außerdem ein Blick in unseren Ratgeber Photovoltaik mit Speicher. Für Ihre bestehende Anlage gilt: Erst nach der Vor-Ort-Prüfung können wir Ihnen eine verlässliche und individuelle Zahl nennen.
Ihr nächster Schritt
Ob sich eine Nachrüstung für Ihre bestehende Anlage lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber innerhalb einer einzigen Vor-Ort-Prüfung sehr wohl. Wir schauen uns Ihren Wechselrichter, Ihren Zählerschrank und Ihren Verbrauch an und sagen Ihnen ehrlich, ob und welche Speicherlösung für Sie sinnvoll ist.
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